(digitale)Kirche Podcast

Meinungsbildung durch Podcasting

Plädoyer für ein vernachlässigtes Medium

Medien verändern die Art der Kommunikation von Menschen seit jeher. Dank mobiler Geräte und Internet an nahezu jedem Ort auf der Welt können wir heute kommunizieren und notwendige Informationen schnell und gezielt beschaffen.

Die Medienausstattung in deutschen Haushalten liegt im Bereich Smartphone, Computer und Internetzugängen bei knapp 100 Prozent. Somit kann man davon sprechen, dass alle Haushalte Ausstattungstechnisch ausreichend versorgt sind. Gerade bei Jugendlichen dominiert das Smartphone deutlich. 92 Prozent der 12 bis 13-Jährigen haben ein eigenes Smartphone und bei den ab 14-Jährigen liegt die Quote bei 99 Prozent.

baugerüst 2/18

Zu einer wachsenden Form der medialen Informationsbeschaffung zählen besonders Podcasts. Laut offiziellen Studien hören mittlerweile 15 % der Menschen in Deutschland wöchentlich Podcasts. Podcasts können auf unterschiedlichste Weise konsumiert werden: mit und ohne Kopfhörer, am Smartphone oder Laptop, beim Sport oder bei der Hausarbeit, auf dem Weg zur Arbeit oder im Bett. Sie können gestreamt oder auf Endgeräte heruntergeladen werden – wie es die Hörer*innen gerade brauchen.

Während im Radio jeder Song gefühlt gleich mehrfach am Tag gespielt wird, bieten Podcasts die Möglichkeit einer ganz individuellen Programmzusammenstellung. Bei der Themenauswahl gibt es beinahe keine Grenzen. Angefangen bei „Laber – Podcasts“ ohne festgelegte Themen, über tagesaktuelle Nachrichten hin zur täglichen Dosis Politik. Für beinahe jede*n ist etwas dabei.

In der Medienarbeit werden Podcasts häufig unterschätzt, dabei bieten sie einen einfachen Einstieg in die Produktion eigener medialer Inhalte. Auch für die Schule sind sie deshalb sehr gut geeignet. Podcasts prägen sich tief ein. Sehr tief. Interessiert ein Thema, dann bleiben Menschen dran. (Maik Meid, Berater und Trainer für Fundraising und digitale Kommunikation)

Ein Beispiel zum Herantasten an das Medium ist der private Podcast einfachmalmachen von zwei Mitarbeitenden des Landesjugendpfarramtes Oldenburg. Auf die Ohren gibt es hier große und kleine Themen, von Medienbildung und Elektromobilität bis hopespeech und Kaffeekonsum.

Es wird einfach mal gemacht, mutig ausprobiert und für’s Hören angefixt.

Darüber hinaus wird der Podcast auch erfolgreich für die Reflexion und Aufarbeitung von Veranstaltungen genutzt. 

Tim (links) und Björn bei einer Aufzeichnung des ejo Podcast

Ein weiterer Podcast aus der oldenburgischen Kirche ist erst vor kurzer Zeit an den Start gegangen: der ejo Podcast. Ein Podcast von Ehrenamtlichen der Evangelischen Jugend Oldenburg. Junge Menschen nutzen das Medium zur Verbreitung ihrer Meinung und um über ihr Engagement zu berichten. Sie kommen mit anderen Engagierten und Funktionsträger*innen ins Gespräch und tauschen sich über gesellschaftspolitische Themen aus. Junge Menschen leben Demokratie und schaffen eigene Medien. Im gleichen Zug stärken sie ihren medienkritischen Umgang.

Es wird bunt, vielfältig und vielleicht auch mal chaotisch – aber mit Sicherheit immer spannend.

podcast.ejo.de

Hören Sie rein in die Welt der Podcasts. Podcast-Apps sind in aller Regel Standard auf Ihrem Smartphone. Ansonsten finden sich in Portalen wie podcast.de oder fyyd.de jede Menge unterschiedliche Podcasts.

Bei einem Fachtag des Landesjugendpfarramts werden wir der Philosophie von Podcasts näher auf den Grund gehen. Wir wollen zeigen welche Möglichkeiten Podcasts bieten und wie sie (noch) besser genutzt werden können.

Alle Infos und Anmeldung: http://ejo.de/fachtag-podcast

Dieser Beitrag ist erschienen im Magazin der Arbeitsstelle für Religionspädagogik Oldenburg (2/2019)

Autor

Nordseekind. Interessiert sich für Digitalisierung, Medienbildung und PR. Motto: #einfachmalmachen. Threema ID: HDX7AJB2

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