Ertappt.

Ich sitze auf unserer Terrasse. Früh am Morgen mit einem leckeren Kaffee. Es ist noch recht frisch, 12 Grad. Überall zwitschern Vögel, ein Hase hoppelt auf dem Weg nebenan, die Sonne kommt langsam hinter den Bäumen hervor. Es ist wirklich entspannend. Und vielleicht auch ein wenig kitschig.

Zeitsprung

Zu Beginn der Corona-Pandemie, oder zu dem Zeitpunkt als wir uns ins HomeOffice verabschiedet haben, saß ich morgens oft hier. Abschalten von den vielen Eindrücken und einstimmen auf einen Tag allein im HomeOffice. Das tut gut.

Und für mich war sehr früh klar, dass ich ein Zurück zur alten Normalität, zum alten Trott, nicht möchte. Viel zu sehr waren Dinge eingefahren, Prozesse einstudiert und der Alltag trotz aller beruflichen und privaten Freiheiten doch irgendwie fast immer gleich.
Für mich war klar, dass ich die neu gewonnene Lebensqualität, die Einstellung zum Berufsalltag und die wertbringende Zeit mit der Familie für mich das neue Normal sein soll.

Alter Trott

Jetzt sitze ich wieder hier – früh am Morgen und genieße es. Schaue ich auf die letzten drei Wochen zurück fällt mir auf, dass ich selten hier saß vor dem Start in den Tag. Der alte Trott: Aufstehen, fertigmachen und zur Arbeit. Ohne Kaffee, ohne Frühstück. (Zugegeben nicht so oft ins Büro wie früher)

Ich glaube derzeit nicht an ein „nach Corona“. Ich glaube an eine neue Normalität. Wobei das „neu“ irgendwie ein bisschen ist wie in neuen Medien. Also dann doch einfach: Normalität. Und dennoch ertappe ich mich dabei, dass ich in alte Gewohnheiten zurückfalle. Sind wir Menschen so? Früher war alles besser. War früher alles besser?

Ich nehme mir fest vor aufzupassen, dass mir das nicht so schnell wieder passiert. Ob es gelingen wird? Keine Ahnung. Aber ich glaube schon, dass wir uns und unser Verhalten immer neu reflektieren müssen. Packen wir es an. (Der Löwe im Zoo nebenan stimmt mir zu)